:DE: Kompatibilität bei (MultiChain-)Wallets

Hallo.

Gibt es eine Übersicht, welche (MultiChain-)Wallets miteinander kompatibel sind; also bei denen die 12 bzw. 24 Worte dieselbe ADA-Wallet erzeugen?

Ich habe nämlich durch Zufall (und mit Erschrecken) festgestellt, dass Wallets nicht zwingend kompatibel sind, was (so vermute ich) daran liegt, dass die Hersteller unterschiedliche derivation paths nutzen.

Und jetzt der Hammer: Auch wenn ein Hersteller auf der eigenen Webseite schreibt, dass er bspw. m/1852/1815/*/0/0 nutzt, muss das nicht bedeuten, dass man die Wallet mit m/1852/1815/*/0/0 bei einem anderen Hersteller wiederherstellen kann.

Erstellt man bspw. eine TrustWallet und nutzt die 12 Worte für die OneKey-Wallet, ist alles okay. Auch in der AtomicWallet bekommt man dieselbe Adresse.

In der ExodusWallet aber nicht und auch ADAlite zeigt damit andere Adressen an.

Wenn man dagegen eine Wallet mit Exodus oder Atomic erstellt, kann man sie mit den 12 Worten nicht in der TrustWallet wiederherstellen.

Für BTC, ETH, XRP usw. gilt das übrigens auch. Das ist kein “Problem”, das nur ADA betrifft. Aber bei ADA gibt es (nach meiner Recherche) diese Inkompatibilität besonders häufig.

Ich find’ das alles ziemlich verwirrend und auch ein ganz klein wenig beängstigend, denn ich stand schon einmal vor dem Problem, dass ich den Zugriff verloren habe.

Als ich 2017 mit Krypto anfing, habe ich gelernt, dass die 12 Worten + derivation path ausreichen, um eine Wallet wiederherzustellen. Egal bei welchem Hersteller.

Aber irgendwie…na ja…stimmt das nicht wirklich.

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Ich glaube eine Übersicht welche Wallets untereinander kompatibel sind gibt es bisher nicht.

@HeptaSean hat bisher sehr viel in diesem Bereich selbst getestet und kann dir wahrscheinlich am ehsten Auskunft geben, welche Wallets untereinander kompatibel sind und welche nicht.

Theoretisch sollte diese Aussage mMn. stimmen. Jedoch müsstest du dafür wohl die CLI benutzen, damit es auch in der Realität stimmt.

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Ich gehe mittlerweile davon aus, dass die Hersteller keine korrekten Angaben bezüglich des Derivation Paths veröffentlichen.

Auf Reddit gibt’s mehrere Threads dazu, in denen darüber diskutiert wird, welchen Derivation Path die Wallet xy nutzt, weil die Angaben auf der Webseite definitiv falsch sind und Wiederherstellungen nicht funktionieren.

Insbesondere Atomic ist hier in der “Kritik”, weil bei denen so ziemlich gar nichts passt. (Also auch für BTC, ETH, XRP & Co.)

Ich finde es extrem wichtig, sich um Alternativ-Wallets zu kümmern und hier auch das Restore zu testen, bevor man Coins/Tokens im Wert von mehreren 100 oder sogar 1000 Euro auf eine Wallet schiebt und im Fall der Fälle keinen Zugriff mehr hat, weil man keine kompatiblem Wallet findet.

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Gut das kann natürlich sein. Aber grundsätzlich stimmt deine Aussage schon. Wenn man den richtigen Derivation Path & den Seedphrase hat, dann sollte man grundsätzlich immer in der Lage sein seine Wallet wiederherzustellen.

Ich persönlich benutze keine Multicoin-Wallets, da diese mMn. alle sehr schlecht sind.

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Klar. Da geht’s halt in erster Linie um die GUI, Bedienbarkeit usw. und weniger um die Sicherheit.

Wobei ich ja auch mit der Deadalus (siehe oben) massive Probleme und fast alle ADA verloren hätte.

Deshalb bin ich mittlerweile an dem Punkt: Traue keiner Aussage und teste lieber selbst. :slight_smile:

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Was sie sagen, kann im Prinzip auch stimmen. Der Derivation Path allein reicht nicht, um genau zu erklären, was sie machen. Es ist zusätzlich wichtig, welche kryptographischen Algorithmen dabei genutzt werden.

Wenn Du mit demselben Seed Phrase und demselben Derivation Path arbeitest, aber mit einer anderen Methode den Root Key ableitest, kommst Du bei einer völlig anderen Wallet raus. Wenn Du den Derivation Path mit BIP32 abarbeitest, machst Du etwas völlig anderes, als wenn Du ihn mit dem in Cardano verwendeten BIP32-Ed25519 abläufst.

Also, wesentliche Unterschiede: Ledger Hardware-Wallets benutzen genau den gleichen Derivation Path, aber eine andere Root-Key-Erzeugung. Ist lange bekannt und auch bekannt, was sie tun: https://cips.cardano.org/cip/CIP-0003#history

Trezor hat ursprünglich einen kleinen Bug bei Seed-Phrases von 24 Worten oder mehr gehabt, was auch zu einem anderen Root-Key geführt hat. Schon eine ganze Weile können Trezors alles drei: ihre ursprüngliche Methode mit Bug, die Methode, die alle Cardano Software Wallet-Apps verwenden, und die, die Ledger verwendet. In Trezor Suite sollte man alle drei als Accounts sehen. In Eternl kann man am Anfang wählen, welche der drei. In anderen Wallet-Apps wird wohl noch standardmäßig die mit Bug verwendet. Oder das Wählen ist gut versteckt.

Wie Du schon rausgefunden hast, nutzen Trust und Atomic die gleiche Methode wie die Cardano-Wallet-Apps. Wenn diese eine Länge von 12 Wörtern unterstützen, ist das austauschbar. 12 Wörter werden nicht von allen unterstützt. Eternl und Typhon funktionieren. Yoroi, Lace und Nami nach meinem letzten Stand nicht. Adalite ist besonders frustrierend: Es nimmt 12 Wörter, geht aber davon aus, dass das eine alte Daedalus-Byron-Wallet ist, kann also nicht benutzt werden, um Trust oder Atomic zu importieren.

Wie Du auch schon rausgefunden hast, ist Exodus komplett inkompatibel mit allem anderen. Habe das irgendwann mal im Detail überprüft: https://x.com/HeptaCardano/status/1733635124284059740 Könnte jetzt theoretisch die gleichen Keys wie Exodus programmatisch generieren, aber importieren in irgendeine Wallet geht nicht.

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Wie gesagt eben nicht! Das stimmt ja schon bei Ledger vs. Software nicht. Gleicher Seed, gleicher Derivation Path, aber völlig andere Wallets.

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Das Daedalus-Paper-Wallet-27-Wort-Problem ist ein bisschen seltsam.
Entweder Daedalus hat mit den Dingern im Lauf der Geschichte zwei verschiedene Dinge gemacht und heutige Daedalus-Instanzen und Adalite können nur das neuere davon wiederherstellen.
Oder Du und die anderen, die das Problem haben, haben nicht wirklich die 27-Wort-Papier-Wallet benutzt, sondern eine andere, die halt auch im gleichen Daedalus war, aber nie was mit der generierten Paper-Wallet zu tun hatte.
Beides möglich, soweit ich sehe, und würde beides erklären, warum es mit den secret.key-File dann bei Dir zum Glück geklappt hat.

Sehr guter Plan! Einmal selbst ausprobieren, wo man überall wiederherstellen kann, ist immer gut.
Wie gesagt: Es muss nicht unbedingt sein, dass sie wirklich lügen, was sie tun. Die Inkompatibilitäten können auch woanders liegen.

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Aha. Guck’ mal an. Das wusste ich nicht.

Na ja, zumindest BTC-, ETH- und XRP-HODLER haben hier einen Vorteil. :wink:

Doch doch. Ich war und bin in solchen Sachen sehr genau. Ich hatte mir damals sogar extra die Vorlage ausgedruckt…

deada

…und die Worte notiert. :slight_smile:

Als “lügen” würde ich es auch nicht bezeichnen wollen, aber…ungenau

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Und Du hast dann auch ADA an genau die dort aufgedruckte Adresse geschickt und wenn Du sie heute restorest, kommt eine andere Adresse?

Ich verstehe auch nicht ganz, warum es mit dem secret.key-File dann funktioniert hat. Der Sinn einer Paper-Wallet ist ja, dass sie nur auf dem Papier und nirgendwo sonst existiert. Im secret.key-File kann sie ja nur sein, wenn Du sie damals schon in Daedalus mit den 27 Wörtern wiederhergestellt hast.

Nein. Die Deadalus-Wallet hat mir eine andere Adresse angezeigt und die habe ich als Empfangs-Adresse genommen, weil ich die ja per Copy&Paste (um Tippfehler zu vermeiden) bei den Überweisungen eingeben konnte.

Wenn ich mir die auf dem Papier ausgedruckte Adresse (Ddz…ytG6g) im Explorer ansehe, werden 0 Transaktionen angezeigt.

Bei der zweiten Adresse (Ddz…jk9tZQ), die ich mir damals notiert habe, gibt’s 9 Transaktionen und 0 ADA Balance. Deshalb gehe ich davon aus, dass das meine genutzte Adresse ist bzw. war.

Allerdings zeigt der Explorer als letzte Transaktion Februar 2020 an.
Auf diese ominöse Transaktion gehe ich ja auch schon in meinem Hilferuf ein.

ICH habe die Transaktion definitiv nicht veranlasst. Ich kenne die Ziel-Adresse auch nicht.
Und warum nur ~5 Stunden später alle ADA an eine mir ebenfalls unbekannte Adresse geschickt wurden, verstehe ich auch nicht.

Ich weiß nur: Ich habe mit dem secret.key-File meine Wallet wiederherstellen und meine ADA transferieren können.

Phew. Das müsste ich testen. Keine Ahnung, welche Adresse mir nach der Wiederherstellung angezeigt wurde. Ich weiß nur, dass die Balance 0 war und ich in Panik geraten bin. :smiley:

Hm, nein, die Daedalus-Wallet habe ich damals einmalig installiert und mich dann nicht weiter darum gekümmert. Ich habe auch nie die 27 Worte getestet. Ich war halt dumm.

[EDIT]
Ich habe die 27 Worte in ADAlite eingegeben. Zuerst wird mir eine Warnung angezeigt:

adalite

Die “Haupt-Adresse” ist die Adresse, die auf dem Papier steht, also Ddz…ytG6g.
Keine Transaktionen. Balance 0 ADA.

Die andere Adresse Ddz…jk9tZQ (die mit den 9 Transaktionen) steht nicht unter “My Addresses”.

Ich.
Habe.
Keine.
Ahnung.

:man_shrugging:

Danke für diesen Beitrag!
Grüße aus Oberbayern