Wir werden dieses Wochenende auf dem Cardano Summit einen neuen integrierten Ansatz vorstellen. Hier ist für euch eine kleine Vorschau…
22. September 2021
Shruti Appiah
6 Minuten Lesezeit
Das Alonzo-Upgrade hat den Einsatz von Smart Contracts, dezentralen Anwendungen (DApps) und anderen Anwendungen auf Cardano ermöglicht. All dies ist von enormer Bedeutung für Cardano, da es Cardano für eine ganz neue Entwickler-Community öffnen wird, deren kreativer Antrieb den Nutzen und die Akzeptanz von Cardano steigern wird.
Jedes neue Anwendungsökosystem stellt ein verlockendes Sammelsurium an Möglichkeiten dar, das es zu erkunden gilt. Auch ein neu entstehendes Ökosystem steht am Anfang vor zwei großen Herausforderungen: Entdeckung und Qualitätssicherung. Die Nutzer müssen in der Lage sein, die Produkte zu finden, mit denen sie sich beschäftigen wollen, und zwar mit der Gewissheit, dass ein gewisses Grundniveau an Qualität vorhanden ist.
Der Zustrom neuer Anwendungen von Drittanbietern birgt auch das Risiko von unangemessenem oder böswilligem Material oder von Inhalten, die einfach nicht den Standards entsprechen. Die Lösung von Problemen bei der Suche und Qualitätssicherung ist daher der Schlüssel für ein rasches Wachstum des Ökosystems.
Wir werden dieses Wochenende auf dem Cardano Summit einen tieferen Einblick in dieses wichtige Thema geben. Dort werden wir ein Zertifizierungsprogramm einführen, um die auf Cardano entwickelten Anwendungen zu bewerten. Und auch die auf dem kommenden dAppStore, den wir gerade entwickeln.
Das Finden von DApps auf Cardano
Der dAppStore - wir werden einen Prototyp auf dem Summit vorstellen - ist ein Ort, an dem Entwickler ihre DApps, die auf Cardano laufen, hochladen und sie anderen im dAppStore zur Verfügung stellen können. Der Store wird eine vertrauenswürdige und demokratisierte Umgebung für Entwickler bieten, um ihre DApps ohne Zensur zu veröffentlichen.
Der Plutus dAppStore adressiert insbesondere zwei Einstiegsbarrieren:
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Derzeit gibt es keinen formalen Entdeckungsprozess für eine DApp. Fast alle Entdeckungen erfolgen durch organische Mittel oder Mund-zu-Mund-Propaganda oder durch Social Media Marketing
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Für Endnutzer gibt es keinen konsolidierten Überblick über alle in einem bestimmten Ökosystem verfügbaren DApps
Die Nutzer werden über einen Webbrowser auf den Plutus dAppStore zugreifen können. Stellt euch den Plutus dAppStore als ein “Schaufenster” für Cardano vor. Der Store zeigt die Bandbreite der Dinge, die man mit Cardano machen kann. Ein Zertifizierungsprogramm gibt den Nutzern Sicherheit über das Verhalten aller Apps, die sie verwenden, durch automatische Logikprüfungen, manuelle Smart-Contract-Prüfungen und formale Verifizierung.
Jede DApp kann im Store existieren, egal ob sie zertifiziert oder nicht zertifiziert ist, aber wir werden den Nutzern klare Informationen über den Zertifizierungsstatus einer bestimmten DApp geben. Der dAppStore will nicht als Gatekeeper (oder Richter) fungieren, sondern vielmehr eine Plattform für eine transparente Nutzerbewertung bieten.
Die entscheidende Rolle der Zertifizierung
Der dAppStore ist ein Schaufenster. Aber abgesehen von der Validierung durch die Community, bietet er keine “eingebaute” Sicherheit. Hier kommt also das zweite Element ins Spiel. Die Aufgabe unseres Zertifizierungsprogramms ist die Verhinderung von Sicherheitslücken auf Code-Ebene. Dies erreichen wir durch den Einsatz verschiedener “Verteidigungsstufen”.
Es wird mehrere Stufen geben. Auf der einfachsten Stufe werden wir durch automatische Logikprüfungen bestimmte Arten von bösartigem Code erkennen können. So kann beispielsweise geprüft werden, ob der Vertrag keine Möglichkeit zur Wiederherstellung gesperrter Gelder enthält. In einem gut verfassten Vertrag müssen gesperrte Gelder wiederhergestellt werden können.
Darüber hinaus hilft uns die manuelle Prüfung von Smart Contracts, die Integrität jeder DApp zu verifizieren. Letztendlich wird eine vollständige formale Überprüfung das mathematische Modell testen, um zu beweisen, dass ein Smart Contract die formale Spezifikation seines Verhaltens erfüllt.
Natürlich ist jedes Zertifizierungsprogramm nur so gut wie diejenigen, die es umsetzen und durchführen. Aus diesem Grund arbeiten wir mit einigen der führenden Namen im Bereich der funktionalen Programmierung zusammen, die Ihr auf dem Summit treffen werdet.
Auf einem sicheren Fundament gebaut: Cardano selbst
Diese Zertifizierungsbemühungen bauen auf einer Blockchain auf, die bereits mehr Sicherheit bietet als andere wie Bitcoin oder Ethereum. Beispielsweise sind die Token in die Architektur von Cardano selbst integriert und müssen nicht durch Verträge bereitgestellt werden, wie z. B. ERC20 bei Ethereum. Damit entfallen alle Probleme, die durch das Kopieren und Ändern eines Vertrags zur Implementierung eines neuen Tokens entstehen.
Das Abrechnungsmodell Extended Unspent Transaction Output (eUTXO) ist ein grundlegend einfacheres - und sichereres - Modell für eine Blockchain, wenn man die Grundlage der Kette betrachtet. Smart Contracts sind funktionale Programme - und deren einfache und überprüfbare Semantik funktionaler Sprachen untermauert, was wir sowohl mit automatisierten Tests als auch mit formaler Verifikation tun. Wir wollen eine sicherere Grundlage schaffen als andere Blockchains. Plutus ist zum Beispiel eine funktionale Sprache.
Außerdem garantiert Marlowe, unsere Spezialsprache für Finanzen, bestimmte Eigenschaften von vornherein. Zum Beispiel behält kein Marlowe-Vertrag nach deren Ausführung Vermögenswerte zurück. Dies ist eine in Marlowe eingebaute Eigenschaft, die keine zusätzlichen Prüfungen zur Umsetzung erfordert. Aufgrund seines Designs erlaubt Marlowe auch die automatische Überprüfung von Verträgen auf bestimmte gute Eigenschaften, indem es jede mögliche Ausführung des Vertrages verifiziert, ohne ihn ausführen zu müssen. Das ist etwas, was allgemein bei Plutus-Verträgen nicht funktioniert.
Zertifizierung im Zusammenhang mit dem Alonzo-Hardfork
Auf dem Summit werden wir Beispiele für das automatisierte Testen von Smart Contracts zeigen, bei denen es sich um Komponenten von DApps und nicht um vollständige DApps handelt.
Längerfristig wünschen wir uns natürlich von den Nutzern entwickelte Tools zu sehen, welche auch im Store bereitgestellt werden. Außerdem wünschen wir uns auch, dass die Benutzer später den Plutus dAppStore um neue Funktionen weiterentwickeln, wie zum Beispiel: Upvoting, Bewertungen oder der Integration von Atala PRISM usw. - damit Nutzer die Möglichkeit haben Rückmeldungen zu den verschiedenen DApps im Store geben können.
Durch unsere Arbeit an den Alonzo-Testnetzen, dem Plutus Pioneer-Programm und natürlich dem Project Catalyst haben wir bereits eine Vielzahl von Projekten gesehen, die auf Cardano aufbauen. Wenn diese Projekte in den kommenden Monaten auf den Markt kommen, werden die Suche der Nutzer und das Vertrauen der Nutzer in diese DApps entscheidend sein. Wir arbeiten mit einem offenen, dezentralisierten Ökosystem, sodass die üblichen Regeln von “caveat emptor” und “Do Your Own Research” natürlich weiterhin gelten werden. Aber die Förderung höherer Standards bei der Zertifizierung und der Sicherheit wird der Schlüssel sein, um das Wachstum eines erfolgreichen Ökosystems auf Cardano zu beschleunigen und letztendlich eine möglichst breite Nutzerbasis zu erreichen.
Simon Thompson und Fernando Sanchez haben ebenfalls zu diesem Artikel beigetragen.
Besucht uns doch auf dem Summit am 25. und 26. September um mehr über diese aufregende neue Initiative zu erfahren und eine Demo des dAppStore-Prototyps zu sehen.
Dies ist eine Übersetzung des Artikel Bringing certified DApps to Cardano, welches auf dem IOG-Blog veröffentlich wurde.