:DE: Staking und die Steuern in Deutschland (Proof of Stake)

Hey Matthias,

super vielen Dank schon mal für die Antwort.

Das Geld (pledge und deposit) kommen aus vorherigen, erwirtschafteten Einnahmen. Ich habe das Gewerbe schon länger (< 4 Jahre) als IT Dienstleistungen und Beratung (da kann man so gut alles zusammen fassen ;)).
Aber danke für den Hinweis, das muss ich mir sicherlich noch mal anschauen.
Ich hoffe dass sich die Steuerberater Situation hier in München bald etwas entspannt. Wobei die Antwort vom Finanzamt München hier im thread war ja schon mal ziemlich gut, vielleicht starte ich dieses Jahr auch mal was in die Richtung.

Kann mir vorstellen dass das dann auch ne legitime Option für SPOs hier in Deutschland wird.
Bin überzeugt wenn man versucht mit den Behörden bestmöglich zusammen zu arbeiten steigert das für uns alle langfristig die Akzeptanz und Adaption :call_me_hand:t3:

Cheerio,
Alex

Hi zusammen :v:,

ich denke der Thread hat die wesentlichen steuerlichen Punkte bereits ganz gut erörtert. Besonders Danke @wunderbaer für deine Bereitschaft hier Licht ins Dunkel zu bringen. Ich hatte gestern ein Interview mit einem Anwalt, welcher bereits einige Erfahrung mit Krypto und Staking hat. Wir sind speziell auf das Thema Cardano Staking und Rewards eingegangen. Ich denke, dass wir hier auch einen ganz guten Input bekommen. Ich werde das Interview in zwei Teilen jeweils Freitag und Samstag auf Youtube (Skadea) hochladen.

LG Julien

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Welchen STB hast du und bei welchen Finanzämtern hat er mit seiner Argumentation überzeugt? Wenn er schon Erfahrungen hat, wo es “durchgegangen” ist ohne die Haltefrist, ist das natürlich wertvoll.

Hi zusammen, der erste Teil des Interviews mit Steuer- und Kryptoanwalt Herr Figatowski ist online. In diesem Teil geht es um allgemeine Steuerfragen rund um das Thema Krypto. Herr Figatowski hat sich auf Kryptowährungen spezialisiert und kennt sich beim Thema Cardano auch sehr gut aus. Er hat früher in der Finanzverwaltung gearbeitet und kann uns somit einen sehr guten Einblick in das Thema Steuern und Krypto geben.

Im morgigen zweiten Teil geht es dann explizit um das Thema Cardano Staking.

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Teil 2. Steuern beim Staking

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Vorweg erst mal Danke, dass du das Interview und die Videos gemacht hast. Einige Sachen wundern mich aber ein bisschen, vor allem die Sache mit den Haltefristen bei Coins, die älter als 1 Jahr sind und dann erst ins Staking gehen (In Video 2 ab Minute 20:12). Ich hätte jetzt gedacht, dass die Rechtslage zumindest bei dem Punkt klarer ist. Andere Steuerberater oder Fachanwälte haben zumindest dazu eine klare Position, dass eine Haltefrist nicht wieder “aufleben” kann (z.B. das Video von Bitcoin2go).

Was mich auch verwundert, ist, das das Thema Absetzung für Abnutzung (AfA) nicht mehr thematisiert wird. Da ich Cryptos ja in keinerlei Weise steuerlich absetzen oder eine Abnutzung geltend machen kann, erschließt sich mir die notwendigkeit der verlängerten Haltefrist zur Absicherung gegenüber Steuerbetrug nicht.

Schlussendlich wirds darauf hiansulaufen, dass alle im Trüben fischen, bis es Gerichtsurteile gibt. Sehr unbefriedrigend, aber so ists wohl halt einfach…

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Ich stimme dir da zu. Ich glaube das Thema Haltefrist wird vorerst eine Einzelfallbetrachtung sein die landläufige Meinung, und diese ist nicht unwichtig, ist aber eigentlich eher, dass die 10 Jahre eben nicht gelten. Siehe auch:

Eine “Reaktivierung” der Haltefrist halte ich auch für extrem unlogisch und inkonsequent. Dazu ist auch der von dir zitierte Beitrag von Winheller sehr interessant.

Ich bereite gerade meine Steuererklärung für 2020 vor in der ich allerdings nichts verkauft habe. Ich sollte aber zumindest zum Thema “Versteuerung der Stakingsrewards” eine verbindliche Auskunft haben. In diesem Bereich gibt es allerdings vergleichbar wenig Unsicherheit wie das steuerlich zu behandeln ist.

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Ich denke auch, dass die Versteuererung der Rewards relativ unstrittig ist, das wird man zahlen müssen und ist ja auch in Ordnung. Klar wäre es toll, wenn man alles steuerfrei bekommen würde, aber ein Teil meiner Steuern wird ja durchaus auch für einen guten Zweck eingesetzt (vieles natürlich nicht, aber die Diskussion ist müßig).

Spannender ist eher die Frage, ob bei einem Verkauf der bereits versteuerten Rewards noch einmal Steuern anfallen und ob für Rewards, die ja automatisch gestaked werden, ebenfalls eine Haltefrist von 10 Jahren gilt. Dazu wirst du vermutlich keine Aussage von deinem FA bekommen, da du keine verkaufst, oder?

Weiß eigentlich jemand, was in der Begründung von Winheller drinen steht? Ich habe bereits eine gute Steuerberaterin, die sich allerdings absolut NULL mit Crypto auskennt. Würde jetzt aber ungern 1000€ oder mehr bei Winheller in eine Begründung investieren, da die Rewards zum aktuellen Zeitpunkt noch so gering sind, dass ich die Steuern entspannt aus meinem “normalen” Einkommen begleichen kann. Das kann dann interessant werden, wenn die ADA-Preis auf ein paar € steigt und ich rewards verkaufen muss, um die Steuerlast zu zahlen. Wäre toll, wenn es eine “Mustererklärung” geben würde, die Winheller für einen geringeren Preis als “Handlungsleitfaden” für Steuerberater verkaufen könnte, die es dann auf ihre Kunden speziell ausformulieren können. Umsonst muss ja nicht sein, aber 1000€ ist mir zu hoch. Ist halt nur blöd, dass, wenn man nicht direkt richtig argumentiert, deine Coins beim FA evtl. mit einer 10-Jahreshaltefrist vermerkt werden und du dann später dagegen argumentieren willst. Das wird dann deutlich schwieriger…

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Laut meinem STB der sich mit Krypto auskennt ist ein Verkauf bereits versteuerter Rewards nicht mehr steuerbar. Auch wenn sie automatisch wieder ins Staking fliessen. Er ist aber auch der Meinung, dass die 10 Jahre eben nicht gelten.

Das mit den 1.000.- für Winheller verstehe ich, aber ich fürchte die werden keinen Leitfaden raus geben. Aktuell können sie das vermutlich auch einfach noch gar nicht. Aber darüber hinaus machen sie sich sonst ihr Geschäftsmodell kaputt :wink: Mir war Winheller auch zu teuer, mein aktueller STB nimmt nur 200.- bzw 100.- / Stunde und die Abklärung hat keine 5-10h gedauert :smiley:

Um auf der sicheren Seite zu sein bei einem steigenden Preis kannst du natürlich einfach alle 5 Tage bei Zufluss 50% deiner Rewards verkaufen und die Euro zur Seite legen für die Steuer.

LG Matthias

Naja, wenn ich von einem steigenden Preis ausgehe und davon, dass bereits versteuerte Stakingrewards nicht mehr steuerbar sind, dann kann ich auch dann verkaufen, wenn ich das Geld brauche. Klar, wenn der Preis fällt, dann wärs doof :smile:, aber noch sind die Summen ja überschaubar. Welche Begründung hatte dein Steuerberater denn, bzw. wie ist die Argumentationslinie? DAnn kann sich meine Steuerberaterin da zur Not entlanghangeln :smile:

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Hallo Leute,
ich habe einige Beiträge hier gelesen, habe aber keine Antwort auf meine Frage finden können.

Wie sieht es mit der Besteuerung und der Haltefrist aus, wenn man die Altcoins nur 2-3 Wochen gestakt hat?
Kommt man trotzdem in die 10 Jahre Haltefrist?

Danke:)

Wenn die Haltfristverlängerung gelten sollte, was bezweifelt werden darf, wäre es unerheblich wie lange du gestaket hast (also ob 1 Tag oder länger) insofern du Rewards generiert hast. Du kannst also auch einfach weiter staken!

LG Wunderbaer

–

HRMS Stakepool

Auch da wurden in dem zuletzt geposteten Video andere Aussagen getroffen. Ich war auch der Auffassung, dass Rewards beim Erhalt zum Tagesaktuellen Preis mit der Einkommenssteuer versteuert werden müssen. Weitere Steuern auf etwaige Kursgewinne bei Verkauf sind nicht fällig.

Also, d.h. für 8-9 Cardanos oder 0,0001 ETH, die ich als Reward gestaket habe, oder auch bei anderen Altcoins, muss die Gesamtsumme der Altcoins 10 Jahre bleiben, damit die steuerfrei werden?
Das ist der Wahnsinn

Falls (!) die verlängerte Haltefrist gelten sollte, gilt sie nur für gekaufte Coins, die gestaked wurden. Die Rewards haben keine Haltefrist, da diese bei Erhalt versteuert werden.

Hat das auch wirklich jemand rechtlich oder mit dem Steuerberater geklärt oder sind das alles nur Spekulationen?

Dass die ADA’s jetzt wegen 2-3 Wochen Staking für 10 Jahre steuerpflichtig bleiben, finde ich schon heftig. Auch wenn ich das Staking jetzt abschalten würde.

Ich werde meinen STB kontaktieren, ich glaube aber nicht, dass er diese Fragen beantworten kann :((

Nachdem ich hier einige Tage nicht mehr geschaut habe freut es mich, dass das Thema weiter diskutiert wird - bei gefühlt gleichbleibender Unsicherheit. Ich fasse mal zusammen:
klar zu sein scheint für nicht gewerbliches Handeln:

  • wer zehn Jahre plus einen Tag hält und seine rewards versteuert für den ist alles klar
  • wer bereit ist, bis 45% Steuern „auf Alles“ zu zahlen, der ist ebenfalls durch mit dem Thema
  • wird nicht gestaked gilt die einjährige Haltefrist bis zur Steuerfreiheit wie z. B. für Gold
  • rewards auf staking sind zu versteuern auf Basis des Kurses beim Erhalt der rewards
  • für diese rewards kann die verlängerte Haltefrist von 10 Jahren nicht gelten weil schon versteuert
  • Dokumentation aller Transaktionen per CSV Export etc. ist dringlichst angeraten (Kauf, Verkauf, Tausch)

Unklar ist grundsätzlich die Frage, ob gestakte ADA einer Haltefrist von zehn Jahren bis zur steuerfreien ( privaten) Veräußerung unterliegen
pro dieser These:

contra zu dieser These:

  • Meinung des einen oder anderen Steuerberaters und Foristen (…)
  • die Idee des zu Grunde liegenden ESt- paragraphen ( Containersparmodell) greift hier nicht weil keine Abschreibung (Absetzung für Abnutzung AfA) entsteht und Privatleute ohnehin keine AfA geltend machen
  • die Rewards werden gar nicht durch Einkünfte aus den ADA erzielt, es handelt sich nicht um Zinserträge oder Verleihgeschäfte. Die Rewards sind vielmehr eine Belohnung dafür, an einer „Tippgemeinschaft“ teilzunehmen und so die Stabilität des Netzes zu gewährleisten ( der Einzelne vergisst seinen Lottoschein, die Gemeinschaft nie)
  • eine Analogie zu Zinsen aus ausländischen Devisen greift, wo die bayrische Finanzbehörde diese als Einkünfte aus Kapitalforderungen einstuft für welche keine verlängerte Haltefrist greift

… es bleibt spannend bis sich ein höheres Gericht damit beschäftigt und eine klare Referenz schafft.

Auf Reddit hatte ich versucht herauszufinden ob das auch in anderen Ländern diskutiert wird, scheint aber eine deutsche Spezialität zu sein („ich wäre froh wenn ich meine BTC hätte zehn Jahre halten müssen“)
Mir kam noch der Gedanke, ob man in Goguen hier bei Zeiten einen „Law- Token“ generieren könnte mit dem dann solche steuerrechtlichen Fragen notfalls per Klage geklärt werden und der Token die Anwaltskosten finanziert… bis das durch ist sind aber vermutlich zehn Jahre durch…

So - ich hoffe ich habe das einigermaßen sinnstiftend wiedergegeben aber die Diskussion hier dreht sich doch zunehmend im Kreis
Frohes WE

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Finde du hast es schön zusammengefasst. :grinning: Nur die Frage, ob die rewards (nachdem ich natürlich Steuern auf den Wert zum Zeitpunkt der Zuteilung darauf gezahlt habe) hinterher steuerfrei zu verkaufen sind, weil es keine Haltefrist gibt und sie ja bereits versteuert wurden, ist in meinen Augen noch nicht 100% geklärt. Oder wie kommst du zu dem Schluss? Gibt es da irgendwas zitierfähiges?

Was gibt es steuerlich noch zu beachten?

  • Besteuerung der durch das Staking erhaltenen Coins

Hier ist fraglich, ob auch die erhaltenen Coins einer Besteuerung im Rahmen der einjährigen Spekulationsfrist unterliegen. Dies ist jedoch nicht der Fall, da die privaten Veräußerungsgeschäfte einen entgeltlichen Anschaffungsvorgang benötigen. Ähnlich wie bei Zinsen oder Dividenenerträgen sind die Erträge ja bereits durch die Besteuerung der Einkünfte schon besteuert und müssen nicht erneut besteuert werden.

Grundsätzlich stimme ich dir aber zu dass auch das nicht zu 100% als sicher gilt, nur scheint es hier noch mehr Konsens zu sein dass hier nur einmal versteuert werden darf. M.E sind hierbei Rewards auf weiter gestakte Rewards inkludiert weil ebenfalls schon versteuert. Um sicher zu gehen würde ich evtl die Rewards auf ein nicht gestaktes Wallet übertragen und ein Jahr ruhen lassen

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Super, vielen Dank für den Link. Also nicht zu 100% sicher, aber es gibt gute Argumente dafür :slightly_smiling_face: Sobald es zu der Situation kommt, dass ich Rewards verkaufen muss, um meine Steuern zu zahlen, werd ich das dann mal probieren. Ist aber noch ein langer Weg und bis dahin wird vermutlich schon jemand mit einer größeren Wallet den Kampf ausgefochten haben. Hoffe ich zumindest :sweat_smile:

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